Vibrierendes Lenkrad nach dem Reifenwechsel? Was hinter Unwucht und falscher Achsgeometrie steckt

Viele Fahrzeuge rollen gerade frisch umgerüstet mit Winterreifen durch den Herbst. Wer dabei ein vibrierendes Lenkrad spürt oder merkt, dass der Wagen beim Geradeausfahren leicht zur Seite zieht, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dahinter stecken meist zwei unterschiedliche, oft verwechselte Ursachen: eine Unwucht am Rad oder eine verstellte Achsgeometrie.

Vibrierendes Lenkrad: Wenn ein Rad unwuchtig ist

Eine Unwucht entsteht, wenn das Gewicht an einem Rad nicht gleichmäßig verteilt ist – zum Beispiel durch das Reifenventil, das ohne Gegengewicht leichte Unterschiede verursacht, oder durch Fertigungstoleranzen. Spürbar wird das meist über Vibrationen im Lenkrad bei etwa 80 bis 120 km/h, bei höherem Tempo ab rund 140 km/h kann sich sogar das ganze Fahrzeug leicht schütteln. Laut Reifenhersteller Continental sollte nach jeder Montage neuer oder gewechselter Reifen sowie nach einer Reifenreparatur oder dem Überfahren eines größeren Schlaglochs gewuchtet werden. Bleibt eine Unwucht unentdeckt, drohen auf Dauer vorzeitiger Verschleiß an Stoßdämpfern, Lagern und Lenkung sowie ein schnellerer Reifenabrieb.

Auto zieht zur Seite: Wenn die Achsgeometrie nicht stimmt

Zieht der Wagen beim Geradeausfahren merklich nach links oder rechts, steht das Lenkrad schief oder fahren sich die Reifen einseitig beziehungsweise sägezahnartig ab, deutet das auf eine verstellte Achsgeometrie hin. Bei einer Achsvermessung werden Spur, Sturz und Nachlauf per Laser- oder 3D-Messung mit den Herstellervorgaben verglichen. Sinnvoll ist das laut AUTO ZEITUNG unter anderem nach einem Reifenwechsel oder dem Umstieg auf eine andere Reifengröße, nach Arbeiten an Fahrwerk oder Radaufhängung sowie nach einer stärkeren Belastung, etwa durch das Auffahren auf eine Bordsteinkante. Eine falsche Einstellung erhöht nicht nur den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch, sondern kann über ein schlechteres Brems- und Lenkverhalten auch die Unfallgefahr steigern.

Unser praktischer Tipp: Achten Sie nach jedem Reifenwechsel kurz darauf, ob das Fahrzeug ruhig läuft und von selbst geradeaus fährt. Treten Vibrationen im Lenkrad auf oder zieht der Wagen zur Seite, lohnt sich ein zeitnaher Check von Wuchtung und Achsgeometrie – das schont Reifen, Fahrwerk und am Ende den Geldbeutel.

Quellen:

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