EU-Reifenlabel vor Reform: Das bedeutet die geplante Vereinfachung für Ihren Reifenkauf
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Das EU-Reifenlabel gehört für viele Autofahrer längst zum festen Bestandteil beim Reifenkauf – es zeigt auf einen Blick, wie effizient, leise und griffig ein Reifen ist. Jetzt will die EU-Kommission die zugrunde liegende Verordnung überarbeiten und vereinfachen. Noch bis zum 15. Oktober 2026 läuft dazu eine öffentliche Konsultation, an der sich auch Verbraucher beteiligen können. Grund genug, einen Blick darauf zu werfen, was das Label heute leistet und was sich künftig ändern könnte.
Was das Reifenlabel heute verrät
Seit Mai 2021 gilt die aktuelle Fassung des EU-Reifenlabels, Pflicht für neue Reifen ist es bereits seit 2012. Es informiert über drei Kernwerte: den Rollwiderstand als Maß für die Kraftstoff- beziehungsweise Energieeffizienz, eingestuft in Klassen von A bis E, die Nasshaftung, ebenfalls in den Klassen A bis E, die über den Bremsweg auf nasser Fahrbahn Auskunft gibt, sowie das externe Rollgeräusch, angegeben sowohl in Klassen (A bis C) als auch als genauer Dezibelwert. Bei Winter- und Ganzjahresreifen kommt zusätzlich das Alpine-Symbol hinzu, das die Schnee- und Eisgriffigkeit im Vergleich zu einem Referenzreifen kennzeichnet. Ein QR-Code auf dem Label führt außerdem zur europäischen Produktdatenbank EPREL mit weiteren technischen Details. Kritiker bemängeln allerdings seit Langem, dass Angaben zu Trockenhaftung oder Lebensdauer auf dem Label fehlen.
Was die EU-Kommission ändern will
Die Kommission möchte die Reifenkennzeichnung im Rahmen eines größeren Vereinfachungsvorhabens überarbeiten, zusammen mit der allgemeinen Energieverbrauchskennzeichnung. Im Gespräch sind unter anderem flexiblere Darstellungsformen wie digitale Anzeigen oder QR-Codes direkt bei Montagebetrieben, eine einfachere Neuskalierung der Klassen, klarere Pflichten für Hersteller außerhalb der EU sowie ein besserer Zugriff auf die EPREL-Datenbank für Handel und Marktaufsicht. Die Pflicht, das Label am Verkaufsort sichtbar auszuhängen, soll laut Kommission bestehen bleiben. Der Branchenverband Tyres Europe begrüßt den Vereinfachungsgedanken grundsätzlich, warnt aber davor, dass schlecht umgesetzte Änderungen für Hersteller, Handel und Kunden am Ende sogar mehr Komplexität bedeuten könnten statt weniger.
Was das für Ihren Reifenkauf bedeutet
Am grundsätzlichen Nutzen des Labels ändert sich aktuell nichts: Es bleibt vorerst die verlässlichste amtliche Vergleichsgrundlage beim Reifenkauf. Bis eventuelle Änderungen tatsächlich in Kraft treten, dürfte noch einige Zeit vergehen, da die Kommission die Konsultationsergebnisse erst auswerten und anschließend dem Europäischen Parlament und dem Rat vorlegen muss.
Praxistipp: Nutzen Sie beim nächsten Reifenkauf gezielt alle drei Klassen des Labels und achten Sie bei Winter- oder Ganzjahresreifen zusätzlich auf das Alpine-Symbol – nur Reifen mit diesem Symbol erfüllen die Anforderungen an echte Wintertauglichkeit.
Quellen: