Aquaplaning und Nebel: Warum der November besondere Vorsicht auf nasser Fahrbahn verlangt

Nach wochenlangem Herbstwetter mahnt der ADAC aktuell erneut zu besonderer Vorsicht bei Nässe und Nebel: Beides gehört im November zu den unterschätzten Gefahren auf deutschen Straßen. Besonders Aquaplaning – das "Aufschwimmen" der Reifen auf einem Wasserfilm – kann für Autofahrer gefährlich werden, wenn Reifen oder Fahrweise nicht passen. Wir erklären, worauf es jetzt ankommt.

Wie Aquaplaning entsteht und welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten

Bei Aquaplaning staut sich Wasser keilförmig zwischen Reifen und Fahrbahn, sodass der Reifen den Kontakt zur Straße verliert – Lenk- und Bremsbefehle laufen dann ins Leere. Besonders gefährlich sind Spurrillen, Senken, Unterführungen und Kurven, weil das Wasser dort schlechter abfließen kann. Laut ADAC steigt das Risiko ab etwa 80 km/h deutlich, möglich ist Aquaplaning aber auch darunter, wenn viel Wasser auf der Fahrbahn steht. Typische Warnzeichen sind ein lauter werdendes Rauschen aus dem Radkasten, eine plötzlich leicht und "schwammig" wirkende Lenkung sowie ansprechende ESP-Kontrollleuchten. Wer das bemerkt, sollte laut ADAC nicht hektisch lenken oder bremsen, sondern das Lenkrad gerade halten und vorsichtig vom Gas gehen, bis die Reifen wieder Grip finden.

Profiltiefe und Reifendruck: Ihre wichtigsten Stellschrauben

Wie schnell ein Reifen aufschwimmt, hängt stark von seinem Zustand ab. Der ADAC warnt, dass das Risiko schon ab etwa 3 mm Profiltiefe merklich steigt – auch der Reifenhersteller Nokian empfiehlt, Reifen spätestens unter 4 mm auszutauschen, da ein abgefahrener Reifen deutlich schlechter lenkt und bremst als ein neuer. Auch der Reifendruck spielt eine wichtige Rolle: Laut ADAC schwimmt ein zu wenig aufgepumpter Reifen leichter auf, doch auch zu hoher Druck erhöht das Risiko. Ein regelmäßiger Blick auf Profiltiefe und Luftdruck – über die gesamte Lauffläche und Reifenbreite geprüft – lohnt sich daher besonders jetzt in der nassen Jahreszeit.

Nebel: Wann Nebelschlussleuchte und Tempo 50 vorgeschrieben sind

Neben Nässe sorgt im November auch Nebel für schwierige Sicht. Die Regel dazu ist klar: Die Nebelschlussleuchte darf erst eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite unter 50 Meter fällt – als Orientierung dienen die Leitpfosten am Fahrbahnrand, die genau in diesem Abstand stehen. Gleichzeitig gilt dann eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, verbunden mit deutlich mehr Abstand zum Vordermann. Bei nur leichtem Nebel sollte dagegen auf die Nebelschlussleuchte verzichtet werden, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu blenden.

Fazit

Ob Aquaplaning oder Nebel: Beide Herbstgefahren lassen sich mit vorausschauender Fahrweise und einem gut gewarteten Fahrzeug deutlich entschärfen. Unser praktischer Tipp: Lassen Sie Profiltiefe und Reifendruck jetzt einmal fachkundig prüfen, bevor die nächste Regenfront kommt – das dauert nur wenige Minuten und gibt im Ernstfall entscheidende Sicherheit zurück.

Quellen:

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